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Blog-pädagogische Prinzipien: Sicher und geschützt

29 Juni 2023

Kennen Sie Kobers sechs pädagogische Prinzipien? Sie geben vor, wie wir Kinder beim Wachsen und Lernen begleiten und unterstützen. Wie setzen wir sie im Unterricht um und was können Sie zu Hause damit machen? Lesen Sie alles darüber in dieser Blogserie. Diesmal spricht Pädagogin Nicole van der Wegen über „sicher und geborgen“.

Solange die Basis gut ist

Seine Unruhe fiel mir sofort auf, als ich die Gruppe betrat. Der sieben Monate alte Junge weinte ständig und fühlte sich sichtlich unwohl. Beruhigende Worte, Füttern, Tragen – die Erzieherinnen hatten alles versucht. Nachdem ich ihn eine Weile aufmerksam beobachtet hatte, ahnte ich, dass er sich nicht sicher und geborgen fühlte. Um ihn herum geschah alles Mögliche, was er als Kind noch nicht deuten konnte. Eine Erzieherin holte Kinder aus dem Bett und war deshalb vorübergehend außer Reichweite. Die Tür zum Wickelraum und zur Küche stand offen, sodass er allerlei Geräusche hören konnte. Kinder schlurften hinter ihm vorbei. Und so drehte er ständig den Kopf. Es half, mich neben ihn zu setzen und ihm mit leicht erhobener Stimme ruhig zu schildern, was er sah und hörte. Das beruhigte ihn.

Man könnte meinen, ich hätte ihn hochheben und mit ihm herumlaufen können. Aber damit würde man seine Freiheit einschränken. Und damit seine Entwicklung. Mein Tipp an die Erzieherinnen in der Gruppe: Legt das Baby öfter an einen strategischen Platz, von dem aus es alles überblicken kann. Wenn ihr gerade mit einem anderen Kind interagiert, sucht zwischendurch Kontakt – verbal oder nonverbal –, damit es sich gesehen fühlt. Erklärt, was ihr tut. Und schließt möglichst die Türen, um für ihn unklare Reize zu reduzieren.

Es geht ihm jetzt viel besser. Das freut mich natürlich sehr. Denn diese Sicherheit ist unglaublich wichtig. Sie ist die Grundlage für Offenheit für Neues, Lernen und Leben. Deshalb legen wir bei Kober großen Wert darauf. Wie wir das genau erreichen? Auf ganz unterschiedliche Weise. Denken Sie an die Einrichtung: Kein hysterisches Knallgrün an den Wänden, sondern gedeckte Farben. Das schafft Ruhe und Geborgenheit. Wir halten die Spielbereiche bewusst übersichtlich, um auch über die Distanz ein Gefühl der Verbundenheit zu schaffen.

Wir legen Wert auf einen reibungslosen Übergang: Kleinkinder, die neu in der Kita sind, müssen nicht unbedingt einen ganzen Vormittag bei uns verbringen. Wir fördern lieber kleine Erfolgserlebnisse im Viertelstundentakt. Kindern, die gerade vier Jahre alt geworden sind und von der Kita in den Hort wechseln, geben wir nach der Schule Raum zum Entspannen und Abschalten. Manchmal nutzen wir im Hort sogar Tagespläne, damit sie wissen, was sie erwartet. Und wenn Kinder Dinge tun, die ihnen Angst machen, sind wir in der Nähe und sprechen positiv und wertschätzend. Händchenhalten ist gar nicht nötig, es sei denn, die Kinder wünschen es sich. Wir investieren auch viel Energie in das Wohlbefinden unserer Erzieherinnen und Erzieher. Auch sie sollen sich wohlfühlen. Denn nur wenn sie sich wohlfühlen, können sie sich optimal um andere kümmern.

Echte körperliche Geborgenheit, wie eine Umarmung oder ein Schoß, bleibt für viele Kinder ein Bedürfnis. Deshalb geben wir ihnen diese, wenn sie es wünschen. Meiner Erfahrung nach sind sie nie zu alt dafür. Das sehe ich bei meiner jüngsten Tochter, sieben, die mir regelmäßig sagt, dass sie eine kräftige Umarmung braucht. Das hilft ihr, neue Kraft zu tanken und wieder auf die Beine zu kommen. Toll, nicht wahr?

Nicole van der Wegen ist pädagogische Coach bei Kober Kinderbetreuung. Sie unterstützt Kollegen dabei, Kobers pädagogische Vision in die Praxis umzusetzen. „Sicher und geborgen“ ist einer der sechs Grundsätze dieser Vision. Haben Sie Fragen? Stellen Sie sie über [E-Mail geschützt] Möchten Sie wissen, wie Sie dies zu Hause umsetzen können? Die pädagogischen Mitarbeiter der Gruppe helfen Ihnen gerne weiter.