Kennen Sie Kobers sechs pädagogische Prinzipien? Sie geben vor, wie wir Kinder beim Wachsen und Lernen begleiten und unterstützen. Wie setzen wir sie im Unterricht ein und was können Sie zu Hause damit machen? In dieser Blogserie lesen Sie alles darüber. Diesmal geht es um „Gesund und ausgewogen“.
Völlig im Gleichgewicht?!
Zur Garderobe krabbeln, wie ein Schmetterling zur Toilette flattern: In den Krabbelgruppen sehe ich allerhand. Es ist erstaunlich, wie es meinen Kollegen manchmal gelingt, „normale“ Aktivitäten etwas anders zu gestalten. Kompliziert? Nein, so bringen wir bei Kober spielerisch zusätzliche Bewegung hinein. Und genau das ist unser Ziel. Denn wir glauben, dass es wichtig ist, dass Kinder gesund und ausgeglichen sind.
Deshalb geben wir Babys viel Platz zum Rollen, Krabbeln und Stehen. Deshalb haben wir weiche Teppiche im Klassenzimmer und Haltegriffe an der Wand. Für Kleinkinder und Vorschulkinder verwenden wir speziell angefertigte Stehtische. Denn warum beim Malen oder Bauen mit Bauklötzen immer sitzen? Außerdem sind wir jeden Tag draußen.
Und Hortkinder? Die haben zwar Platz zum Entspannen auf der Couch, aber wir fordern sie auch gerne heraus, zum Beispiel Völkerball in der Turnhalle zu spielen oder an einem Sportkurs teilzunehmen. Und mal ehrlich: Es lohnt sich. Studien zeigen: Wer schon in jungen Jahren Freude an Bewegung und Sport hat, treibt auch später eher Sport. Wir tragen gerne dazu bei.
Gesunde Ernährung und gesundes Trinken – auch daran arbeiten wir. Ehrlich gesagt war es schon eine große Sache, als wir vor ein paar Jahren Schokoaufstrich und Limonade dauerhaft vom Speiseplan gestrichen haben. Frischer Fruchtaufstrich und Hummus auf dem Sandwich, Wasser mit Zitrone und Gurke – hätten da nicht gerade die älteren Kinder protestiert? Sie zeigten sich überraschend flexibel, viel flexibler als wir erwartet hatten. Es hat sicher auch etwas mit dem Gruppenprozess zu tun: Alle anderen essen und trinken es auch, also muss es gut sein.
Versteht mich nicht falsch, wir sind sicher nicht den ganzen Tag hyperfokussiert aufs Essen oder hüpfen durch die Gegend. Balance bedeutet für uns auch, die richtige Balance zu finden zwischen geschäftigen und ruhigen Aktivitäten, zwischen drinnen und draußen sein, zwischen verantwortungsvollem Essen und etwas Loslassen. Da ist es durchaus akzeptabel, ab und zu Fruchtstreusel aufs Sandwich oder Popcorn zum Filmnachmittag zu streuen. Auch am National Pancake Day beteiligen wir uns, selbst wenn wir uns beispielsweise für Vollkornmehl entscheiden oder eine Zuckeralternative finden. Am liebsten im Gespräch mit den Kindern, denn so schärfen wir ihr Bewusstsein.
Kämpfst du manchmal mit dem Thema „gesund und ausgewogen“ zu Hause? Ich weiß, und mir geht es als Elternteil genauso. Ich esse für mein Kind in der Schule Gurken-Käse-Spieße, während andere anderen gerne Zuckerwatte gönnen. Trotzdem stehe ich zu ihnen, denn „lecker“ heißt nicht zwangsläufig „ungesund“. Es kommt nur darauf an, wie man es ausdrückt. Und natürlich bekommen meine Kinder ab und zu einen Keks oder Chips. Dann marschieren sie einfach im Stechschritt zum Spielplatz oder hüpfen zur Altpapiertonne. Wenigstens sind wir wieder im Gleichgewicht.
Barbara Gelens ist Pädagogin in der Kindertagesstätte Kober. Gemeinsam mit ihren Kollegen übersetzt sie die pädagogische Vision Von Kober zur täglichen Praxis. „Gesund und ausgewogen“ ist eines der sechs Prinzipien dieser Vision. Haben Sie Fragen? Stellen Sie sie über [E-Mail geschützt] Möchten Sie wissen, wie Sie zu Hause einen gesunden und ausgewogenen Lebensstil gestalten können? Die pädagogischen Mitarbeiter der Gruppe helfen Ihnen gerne weiter.